Was ist erlaubt? Was wird erwartet? Was gilt als richtig?
Und wer hat das eigentlich festgelegt?

In jeder Gesellschaft gibt es Regeln, Normen und Werte – oft sichtbar in Gesetzen, oft versteckt in Blicken, Routinen, Erwartungen. Sie geben Orientierung, aber auch Ordnung. Und Ordnung bedeutet nicht immer Gerechtigkeit.

Denn Regeln sind nicht neutral. Sie sind gemacht – von Menschen, für bestimmte Zwecke, in bestimmten Machtverhältnissen. Sie bestimmen, wer dazugehört und wer nicht. Wer „normal“ ist. Wer auffällt. Wer sich ständig erklären muss.

Werte wie Gleichheit, Freiheit oder Toleranz klingen universell – und doch gelten sie nicht für alle gleich. Was als gutes Verhalten gilt, ist oft kulturell kodiert, gesellschaftlich verortet, rassifiziert. Was für die einen selbstverständlich ist, ist für andere eine Hürde, ein Risiko, ein Ausschluss. Wer kennt die Regeln? Wer darf sie verändern? Wer wird dafür sanktioniert, dass er sie bricht – oder dass er sie nie gelernt hat?

In diesem Workshop geht es nicht nur darum, die Unterschiede zwischen Regeln, Normen und Werten zu verstehen, sondern ihre Rolle im gesellschaftlichen Zusammenleben kritisch zu hinterfragen. Der Workshop eröffnet Räume für Reflexion, Austausch und Widerspruch – und für das Nachdenken darüber, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der Regeln nicht ausgrenzen, sondern ermöglichen.

Basisthema 3.6 der Rassismuskritischen Migrationspädagogik in der Jugendbildungsstätte Unterfranken